Go to Top

Bildung

Wahre Ernährung das fehlende Bindeglied zum Wachstumserfolg
Die Art der Aufnahme der Nährstoffe durch die Pflanzen,die Wechselwirkungen zwischen den Nährstoffen und die Bioverfügbarkeit der Nährstoffe sind nicht überall gut bekannt.
Moderne Pflanzenernährungssysteme werden behandelt wie ein chemisches Experiment. In der Umgebung der Pflanze werden chemische Verbindungen aller Art zur Ernährung (insbesondere N, P, K) und zum Schutz (Pestizide wie Fungizide und Insektizide) der Pflanze, freigesetzt. Dann werden ganz einfach deswegen gute Ergebnisse erwartet, weil alle richtigen Chemikalien vorhanden sind. Die Natur lehrt uns jedoch, dass die Verwendung von Nährstoffen auf chemischer Basis und von Pestiziden nicht ausreicht, die bestehenden Pflanzenprobleme zu beheben. Normalerweise treten nur mehr und mehr Probleme auf, je mehr Chemieprodukte verwendet werden. Das liegt daran, dass chemische Nährstoffe im Regelfall das Gleichgewicht der Nahrungsaufnahme der Pflanze durcheinanderbringen. Chemische Düngemittel verringern normalerweise den pH-Wert in der Pflanze und schwächen dadurch die Pflanze in ihrem Kampf gegen Schädlinge und Pilzkrankheiten. Chemische Düngemittel und Pestizide verringern ebenfalls die Populationen der Mikroorganismen und Spezies im Wachstumsmedium ganz erheblich. Das beeinträchtigt das Medium und sorgt für eine schlechte Mineralisierung und minimale Stimulation der Pflanze. Um diese Probleme zu beheben, ist ein besseres Verständnis der Nährstoffaufnahme-Sequenzierung, der Wechselwirkungen zwischen den Nährstoffen und der Bioverfügbarkeit der Nährstoffe unabdingbar.

Phasen der Pflanzenentwicklung
Pflanzen durchlaufen verschiedene deutlich voneinander zu unterscheidende Entwicklungsphasen:
Wurzelbildung, Wachstum, Triebbildung, Blühphase, Frucht- oder Blüte Entwicklung und Reifung.
Jede dieser Phasen erfordert eine spezifische Balance in der Ernährung und Mineralaufnahme für einen maximalen Schutz. Viele Gärtner geben dann ergänzend Wachstumsbooster in der verkehrten Entwicklungsphase bei, wenn die Pflanze den Nährstoff gar nicht nutzen kann. Diese ungenutzten Mineralien befinden sich im Wachstumsmedium und interagieren mit den Mikroorganismen und anderen Mineralstoffen. Dabei verursachen sie häufig Defizite und “Lockouts”.

 

Ein weit verbreiterer Fehler der die Erträge beeinträchtigen

Vielfach wird in der gesamten Blühphase oder für einen Großteil der Blühphase ein Phosphor- und Kalium (P/K) – Booster beigegeben. Dadurch können sich erhebliche Probleme mit der Nährstoffaufnahme ergeben, wodurch die Erträge und die Qualität leiden. Die meisten Pflanzen benötigen nur geringe Mengen Kalium während der Wachstumsphase und der frühen Blühphase. Kalium wird im Wesentlichen beim Reifwerden und in der Reifungsphase benötigt (späte Blüte). Ein Überschuss an ungenutztem Kalium im Wachstumsmedium kann wiederum Stickstoff, Calcium und Magnesium verringern. Dies sind einige der gängigsten Defizite. Diese Probleme lassen sich vermeiden, indem man die natürlichen Gesetze respektiert und für die richtige Nährstoffbalance in der richtigen Entwicklungsphase sorgt.

Biochemische Sequenzierung der Nährstoffe

Man muss sich unbedingt vor Augen halten, dass die Pflanzen eine feste biologische Sequenz in Bezug auf die Nährstoffaufnahme haben. Das beginnt mit dem Bor, das dazu führt, dass das Wurzelsystem Zucker in das Medium abgibt. Diese Zucker dienen zur Ernährung der Mikroben, die wiederum Silikate (Si) in Kieselsäure umwandeln. Die Kieselsäure erhöht die Calciumaufnahme, gefolgt von Stickstoff (als Aminosäure), Magnesium, Phosphor und Kalium. Diese Elemente sollten den Pflanzen in bioverfügbarer Form dargereicht werden. Wenn ein Nährstoff in dieser Sequenz nicht verfügbar ist (oder weniger gut verfügbar ist), erschwert das die Aufnahme aller anderen Elemente in der Sequenz oder macht sie sogar unmöglich. Diese Sequenz ist unbedingt zu respektieren, um Mineraldefizite und/oder Probleme mit der Nährstoffaufnahme zu vermeiden.

Antagonistische Wirkung der Nährstoffe

In diesem Zusammenhang sollte man sich unbedingt vor Augen halten, wie gewisse Nährstoffe miteinander reagieren. Wenn Sie diese Wechselwirkungen nicht verstehen, kann es sein, dass sie zu große Mengen eines bestimmten Nährstoffs hinzufügen, um einen Mangel zu beheben. Nicht alle Nährstoffdefizite sind auf einen Nährstoffmangel zurückzuführen! Ein Calciummangel beispielsweise lässt sich dadurch diagnostizieren, dass ein niedriger Calciumgehalt vorliegt ODER dadurch, dass viele Nitrate (NO3) vorhanden sind. Nitrate verdrängen das Calcium und können die Absorption blockieren. Daher sollten Sie organischen Stickstoff anstelle von anorganischem Stickstoff verwenden, der einen hohen Nitratgehalt aufweist. Die antagonistische Wirkung der Nährstoffe zeigt, wie Überdosierungen gewisser Elemente ein anderes Element ausschließen oder verdrängen können. Das Verständnis des Nährstoffantagonismus erschwert zwar die Diagnose eventueller Defizite oder Überschüsse, erhöht aber schließlich und endlich die Präzision.